Google Chrome: Ahhhhhhh! Die Unwissenheit oder Naivität vermeintlicher Experten macht mich Waaahhnsinnig! Gerade habe ich beim ZDF "heute" einen Beitrag über Google Chrome gesehen, darin wird betont wie schlank, schnell und einfach der Browser ist. Soweit ist das ja richtig, aber was ist mit der Datenschutzfrage? Die wurde zwar auch angeschnitten, aber doch nur sehr wage und auch noch mit einem "abenteuerlichen" Tenor. Sinngemäß "es kann sein das man später unerwünschte Werbung erhält"! Biiitte? Als ob Google spammen würde...
Das zeigt mir das dass wahre Geschäftsmodell von Google die Mehrheit der Leute noch nicht mal ansatzweise erkannt hat. In vielen anderen Foren, Blogs und Web-Portalen kann man lesen, dass es Google um Marktanteile bei den Browsern geht, nunja, indirekt ist das sicher so, aber warum? Bei einem kostenlosen Produkt kann das doch ziemlich egal sein, oder möchten die Entwickler von Chrome einen Preis in Selbstlosigkeit einheimsen? Oder ist das der pure Ehrgeiz der Google antreibt? Oder möchte Google einfach die Jungs von Microsoft, Apple und Mozilla ärgern? Bei einem profitorientierten Konzern, ist das doch sehr unwahrscheinlich!
Nein! Man muss sich fragen, warum Google für viele Millionen Dollar einen neuen Browser für Windows aus dem Boden stampft und für Betriebssysteme wie MacOS und Linux nach eigenen Angaben mit Hochdruck daran arbeitet, obwohl es bereits sehr gute Browser gibt!?
Meiner Meinung nach liegt der Hauptgrund nicht im reinen Ehrgeiz, sondern im Sammeln von Daten. Siehe:
Datenschutzerklärung zu Google Chrome.
Da Google derzeit in Deutschland einen Marktanteil von ca. 90% bei den Suchanfragen hat, kann man davon ausgehen, dass Google weiß was "Deutschland" interessiert, aber Google weiß noch nicht was die Surfer am liebsten mögen, denn das sind die Seiten, im Netz die nicht mehr über Suchmaschinen gesucht werden müssen, sondern, die direkt im Adressfeld eingegeben werden. Und genau diese Informationen erhält Google jetzt auch durch Google Chrome, denn jede Eingabe ins Adressfeld des Browsers wird direkt an Google gesendet! Aber das ist nicht genug, denn wenn der User auch noch einen Google Account hat, zB. für Gmail, oder für eigene Karten bei Google Maps, oder, oder, oder, muss der Surfer sich nur noch ein einziges mal mit seinem Google Account anmelden und Google kann für immer und ewig (zumindest solange er den Chrome-Browser verwendet) ein personalisiertes Profil des Surfers anlegen, denn jeder Chrome-Browser hat eine eindeutige ID. Dann hilft es auch nichts Cookies zu löschen, oder sich mit einer neuen IP-Adresse neu einzuloggen - Google weiß immer was man tut und wofür man sich interessiert.
Nun muss man natürlich fragen ob mir das schadet, wenn Google alles über meine Surfgewohnheiten und Vorlieben weiß? Schließlich betont Google ja immer das Credo des Unternehmens "don't be evil" - dem kann man im Moment sicher nicht widersprechen, auch wenn niemand tatsächlich weiß, was mit seinen Informationen geschieht, denn die landen in die USA und da kann kein Deutscher Datenschützer etwa ausrichten.
Google wird die Daten in erster Linie dafür verwenden seine Dienste zu verbessern. Wenn dann beispielsweise die Suchmaschine noch bessere Suchergebnisse liefert, kann ich persönlich ja nur davon profitieren, aber irgendwann hat Google damit nicht nur 90, sondern 100% Marktanteil. Das bedeutet ein Monopol für Google! Von da an kann Google die Preise für Suchmaschinenwerbung nach belieben diktieren, aber nicht nur für Suchmaschinenwerbung!
Google weiß ja jetzt was eine Webseite oder ein Informationsportal erfolgreich macht. Da diese Informationen nicht mit Spiegel.de oder anderen Newsseiten geteilt werden, ist das ein Wettbewerbsvorteil, der Google in die Lage versetzt beispielsweise einen neuen Newsdienst von vorn herein zum Erfolg werden zu lassen. Diese Zukunftsvision lässt sich auch auf andere Bereiche übertragen in denen Google noch nicht aktiv ist.
Nun kann Google auch noch die Preise im herkömmlichen
TKP-Markt diktieren, denn mit den richtigen Informationen kann man überall zum Monopolisten werden und genau zu diesem ominösen "überall" da geht der Weg offenbar hin, denn mit
Android sollen demnächst auch die Handys erobert werden und man munkelt auch schon von einem Google Betriebssystem und einer Erweiterung für alle anderen Browser, so das man noch nicht einmal auf auf Google Chrome angewiesen ist.
Aber von den Preisen für Internetwerbung mal abgesehen, kann uns Google auch die Informationen servieren die Google für richtig hält. Damit ist dann die Meinungs- und Pressefreiheit in Gefahr, denn wer sollte noch protestieren, wenn er ohnehin nicht mehr gehört wird?
Kurz gesagt: Die Entwicklung eines Informationsmonopols ist die wahre Gefahr in dem Erfolg von Google Chrome, in Kombination mit allen anderen Google-Diensten.
Dieses Szenario ist zwar noch Zukunftsmusik, aber wenn man die Richtung beobachtet hat, in die sich Google in den letzten Jahren entwickelt hat, ist es doch sehr wahrscheinlich, das Google an einem allumfassenden Informationsmonopol arbeitet und das kann für niemandem von Interesse sein.
Fazit: Mit Google Chrome erhält der "große Bruder" einen Namen:
Google! - Die Suchmaschine die dir zu erst im Internet und dann auch im restlichen Leben auf die Finger schaut.
Achtung: Es handelt sich bei diesem Artikel lediglich um meine persönliche Sichtweise der Problematik!
Update: Der Browser hat ja eine große Echo in der Bolgosphere hinterlassen, darum möchte ich auch mal 10 andere Ansichten auflisten. Es kann sich ja jeder sein eigenes Bild machen, aber lest Euch meinen Artikel gründlich durch und halte Euch von Chrome im Alltagseinsatz fern!
Netzpolitik:
Es ist nicht alles Chrome, was glänzt
pro-linux:
Google-Browser entpuppt sich als Datenspion
Garvin Hicking:
Impressionen von Google Chrome
Datenschutz-Blog:
Google-Chrome - die Intention liegt auf der Hand
Netzlogbuch:
Meine ersten Minuten mit Googles Chrome-Browser
TalkPress:
Unterwältigt von Google Chrome
Spreeblick:
Google-Browser Chrome: Der Browser-Krieg ist vorbei
Golem:
Google Chrome - jeder Browser bekommt eine eindeutige Nummer
iBlog:
Chrome und der Datenschutz II - Anleitung
Basic Thinking:
Google Chrome: Zeig Google, wo du surfst
Werbeblogger:
Google Chrome - Suchen und Besuchen
zum Thema "weitere Verwendung der Benutzerdaten" möchte ich noch folgendes anmerken:
Wer bekommt Zugriff auf all diese neuen, umfassenden und sensiblen Informationen ? Die Frage beantwortet sich in den originalen "Google Chrome - Anmerkung zum Datenschutz" nur zum Teil. Mit einer sehr (gewollt?) kurzen Abhandlung des Themas "Verwendung" glaubt der Nutzer sich in Sicherheit zu wiegen. Wer jedoch die Bestimmungen komplett liest, entdeckten am Ende folgenden Passage,
Zitat: "Weitere Informationen zu unseren Datenschutzmaßnahmen erhalten Sie in den vollständigen Datenschutzbestimmungen"
bei diesen handelt es sich um die kompletten Datenschutzerklärung aller Produkte, Services und Websites der Google Inc., seiner Tochtergesellschaften und Partnerunternehmen. Unter dem Punkt "Freigabe von Informationen" wird schnell das tatsächliche Ausmaß der Verwendung dieser Daten ersichtlich. Dort wird weltweit jeder Instanz, ob staatlich oder industriell, verschiedene Moglichkeiten eingeräumt nach benutzerbezogenen Daten anzufragen.
Zitat: "Wir stellen solche Informationen unseren Tochtergesellschaften, Partnerunternehmen oder anderen vertrauenswürdigen Unternehmen oder Personen zur Verfügung, die persönliche Daten in unserem Auftrag verarbeiten."
Was man hier als "vertrauenswürdigen Unternehmen" oder gar Person bezeichnet, bleibt wohl der Sichtweise von Google überlassen und erweitert den Kreis der Befugten um eine Vielzahl. Wer die sensiblen Nutzerdaten auch nutzen möchte bedient sich einfach folgender in den Bestimmungen gelisteter Punkte.
Zitat: "Wir gehen in Treu und Glauben davon aus, dass der Zugriff auf diese Informationen, ihre Verwendung, Speicherung oder Offenlegung angemessen und notwendig sind, um (a) geltendem Recht, gesetzlichen Regelungen, gerichtlichen Verfahren oder durchsetzbaren behördlichen Anfragen nachzukommen, (b) geltende Nutzungsbedingungen durchzusetzen (was auch die Untersuchung gegen Verstöße einschließt), (c) Betrug, Sicherheitsmängel und technische Probleme zu erkennen, zu verhindern oder zu bekämpfen, oder (d) die Rechte, das Eigentum oder die Sicherheit von Google, seinen Nutzern und der Öffentlichkeit, soweit dies gesetzlich zulässig oder erforderlich ist, vor drohendem Schaden zu schützen."
Interessant ist dabei die Formulierung: "die Sicherheit der Öffentlichkeit vor drohendem Schaden zu schützen". Wem hier gleich "präventive Massnahmen zur Terrorbekämpfung" in den Sinn kommt könnte richtig liegen. Abgesehen von der Wichtigkeit der Terrorbekämpfung steht jedoch im Kontext die Möglichkeit im Deckmantel der Selbigen schnell und in grossem Umfang sensilbe Benutzerdaten zu erhalten.
Egal wie weit dieses von einer persönlichen Erfahrung entfernt erscheint, solange die Möglichkeit besteht ist ein Missbrauch nicht auszuschliessen.
Ich bin zwar kein Jurist, aber das ist meine persönliche Meinung und Interpretation der Datenschutzerklärung von Google!
Gruss
promoter4web